10 Jahre smartvote: Teil 1

PROLOG: EINE ONLINE-WAHLHILFE ENTSTEHT

Wir schreiben das Jahr 2001: Die Idee wird geboren – wann und wie genau sie entstanden ist, ist jedoch nicht mehr ganz klar. Dass dabei Bier im Spiel war, da sind wir uns aber sicher. Die übrigen Zutaten: ein Politologe (Daniel), ein Historiker (Jan), ein Designer (Albert), zwei Wirtschaftsinformatiker (Serge und Tobias) und ein Volkswirtschaftler (Bruno).

Motivation: Wir wollten zwar wählen gehen, taten uns aber mit der Entscheidung schwer. Bei allen Parteien hat uns immer irgendetwas nicht gepasst. So kam die Idee auf, dass allenfalls ein Computerprogramm diesem Problem Abhilfe schaffen könnte.

Gearbeitet haben wir an der Idee jeweils nach Feierabend und an den Wochenenden. Für Sitzungen wurden Seminarräume an der Uni Bern in Beschlag genommen – in der Regel wurden wir gegen 21 Uhr von der Putzkolonne vor die Tür gesetzt.

Wir schreiben das Jahr 2002: Die Idee wird verfeinert und am Namen der Website rumgedoktert. In der engeren Auswahl stehen easyvote.ch und smartvote.ch. Der Entscheid erfolgt knapp zugunsten von Letzterem – der Autor wird dabei überstimmt, ist heute darüber aber sehr glücklich.

smartvote 1.0: Die erste smartvote-Version steht, wird aber nicht veröffentlicht. Sie verfügt zwar bereits über eine gut funktionierende Wahlempfehlung, ist aber farblich noch sehr gewagt in Giftgrün gehalten.

smartvote 2.0: Die zweite Version folgt bereits gegen Jahresende. Als tonangebende Farbe wird nun Orange verwendet und ist dies heute noch. Zudem wird das Logo entworfen, und in Zusammenarbeit mit Sotomo entsteht der smartspider.

Fortsetzung folgt …

3 Gedanken zu „10 Jahre smartvote: Teil 1

  1. Ich muss feststellen, dass PolitikerInnen smartvote.ch taktisch nutzen und ihr zukünftiges Stimmverhalten vor Wahlen verschleiern, um bei ihrer Stammwählerschaft zu punkten. Wäre es nicht besser, das bisherige Abstimmungsverhalten bei Wahlen ebenso einzubeziehen wie Fragen nach dem Abstimmungverhalten bei Fragen, welche sich in Zukunft stellen?

    • Dass einzelne PolitikerInnen smartvote taktisch nutzen kann vorkommen. Doch generell sind die PolitikerInnen ehrlich. Wir haben z.B. untersucht, ob die ParlamentarierInnen bei Abstimmungen im Parlament bei ihren zuvor bei smartvote gegebenen Antworten bleiben oder nicht. In rund 82% der Fälle ist es zu keinen Abweichungen beim Abstimmungsverhalten gekommen (was im internationalen Vergleich hoch ist). Im Februar 2013 hat 20 Minuten eine Serie von Artikeln (5.-7. Februar 2013) dazu gebracht. Zudem sind wir in einem Blogbeitrag auch auf die Gründe eingegangen, die zu abweichendem Abstimmungsverhalten führen können, da diese in der 20 Minuten-Serie etwas untergegangen sind.

      Nun zum Vorschlag das Abstimmungsverhalten von ParlamentarierInnen direkt bei smartvote zu berücksichtigen. Dies ist leider nicht möglich, da wir allen Kandidierenden die gleichen Voraussetzungen bieten möchten und über 90% der Kandidierenden sind Neu-Kandidierende und haben nicht im Parlament abgestimmt. Zu der von Ihnen – zu Recht – eingeforderten Transparenz in diesem Punkt kann smartvote nur einen Teil beitragen indem es die politischen Präferenzen von Kandidierenden vor den Wahlen transparent macht. Für den zweiten Teil die Transparenz im Parlamentsbetrieb arbeiten wir am Projekt smartmonitor, dass bereits einige Analysen anbietet, aber Informationen zum Abstimmungsverhalten wohl erst im Laufe des nächsten Jahres bieten kann (wir suchen noch nach einer ausreichenden Finanzierung des Projektes).

  2. Ciao Jan,
    Grosses Kompliment an eure wirklich… smarte Idee mit Umsetzung! Euer Erfolg spricht für euch, einfach weiter so! (Sonst wüsste ich auch nicht mehr, wie und wer wählen :-))

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