Die glp – die liberalen Grünen

Artikel 8 in unserer Parteienporträt-Serie: die Grünliberale Partei (glp).  Anhand von smartvote-Daten stellen wir euch in einer Artikelserie die wichtigsten Schweizer Parteien vor.

Warum die Grünliberalen eher die „liberalen Grünen“ als die „grünen Liberalen“ sind und wie sich ihre politische Einstellung auf das Berufsleben auswirkt, zeigen die nachfolgenden smartvote-Analysen:

DAS SMARTVOTE-PROFIL DER GLP

Bei smartvote sind 241 Kandidierende der glp (inkl. jglp) registriert. 226 (93.8%) davon haben den smartvote-Fragebogen ausgefüllt (Stand 18. Oktober 2011). Daraus ergibt sich folgender Parteienspider:

226 Kandidierende, davon ein Frauenanteil von 29%; das Durchschnittsalter beträgt 37.9 Jahre.

Der glp-Spider zeigt: Die Grünliberalen sind mehr grün als liberal. Die Achse ausgebauter Umweltschutz hat die höchste – die Zustimmung ist vergleichbar hoch wie bei den Grünen (vgl. Blogbeitrag zu den Grünen). Bei den beiden „liberalen“ Achsen stimmt die glp knapp zu. Der Wert bei der liberalen Wirtschaftspolitik ist jedoch um einiges geringer als bei der anderen Partei mit dem Wort liberal im Parteiennamen (vgl. Blogbeitrag zur FDP). Eine ablehnende Haltung zeigen die glp-Kandidierenden bei den Achsen Law & Order, ausgebauter Sozialstaat und restriktive Migrationspolitik.

 

Die glp-Kandidierenden beziehen zu einzelnen Fragen eine sehr geschlossene Stellung. Nur drei Kandidierende lehnen einen Atomausstieg bis 2034 ab, von den 223 übrigen Kandidierenden  stimmen 221 „Ja“ und 2 „eher Ja“. Auch die Verschärfung der Waffengesetze befürworten sie sehr geschlossen. Am deutlichsten abgelehnt werden die Fragen nach der Volkswahl des Bundesrates und der Einführung einer zentralen Mengensteuerung bei der Milchproduktion.

Es gibt jedoch auch Themen, welche die Partei spalten. Bei den Fragen nach der Einführung des Ausländerstimmrechts auf kommunaler Ebene und der Legalisierung von Drogen für den Eigengebrauch sind sich die glp-Kandidierenden überhaupt nicht einig.

DIE GLP STEHT ZU IHRER IDEOLOGIE

Bei den Berufsangaben der glp-Kandidierenden fällt auf, dass man sie grob in zwei Gruppen einteilen kann: Zum einen gibt es die Wirtschaftler (zum Beispiel Unternehmensberater und Studenten der Wirtschaftswissenschaften), zum anderen die Beschäftigten im Bereich der Umwelt (zum Beispiel Umweltkommunikatorin und Biologiestudenten). Viele Grünliberalen sind also auch im Beruf ihren politischen Ideologien treu.

Zusätzliche Informationen gibt es neben www.smartvote.ch auf der Partei-Site www.grunliberale.ch sowie auf dem Parteienkompass www.parteienkompass.ch.

Die EVP – die Pädagogen

Artikel 7 in unserer Parteienporträt-Serie: die Evangelische Volkspartei (EVP). Anhand von smartvote-Daten stellen wir euch in einer Artikelserie die wichtigsten Schweizer Parteien vor.

Warum man die Kandidierenden der Evangelischen Volkspartei als smartvote-Fans bezeichnen kann und für welche berufliche Richtung sie ein besonderes Flair haben, kann hier nachgelesen werden:

DAS SMARTVOTE-PROFIL DER EVP

Die EVP-Kandidierenden sind offensichtlich smartvote-Fans: Gut 97% der 242 bei smartvote registrierten EVP-Kandidierenden haben ihren smartvote-Fragebogen ausgefüllt (Stand 11. Oktober 2011). Dieser Wert ist im Vergleich zu den anderen bisher vorgestellten Parteien weit überdurchschnittlich. Aus diesen ausgefüllten Fragebogen ergibt sich folgender EVP-Spider:

234 Kandidierende, davon ein Frauenanteil von 32%; das Durchschnittsalter beträgt 40.7 Jahre.

Der Parteienspider zeigt, dass sich die EVP vor allem für einen ausgebauten Umweltschutz, offene Aussenpolitik und einen ausgebauten Sozialstaat einsetzt. Am wenigsten Zustimmung findet eine liberale Gesellschaft. Allerdings kann man aus dem Parteienspider ablesen, dass die EVP keinen der dargestellten Themenbereiche entschieden ablehnt.

Bei den einzelnen Antworten zeigen sich die EVP-Kandidierenden teilweise sehr einig. So wird die Frage nach einer Abschaffung der Heiratsstrafe von 233 der 234 Kandidierenden befürwortet („Ja“ und „eher Ja“). Beinahe ebenso deutlich wird die vollständige Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten abgelehnt: 226 „Nein“ oder „eher Nein“.

Es gibt allerdings auch Themen, bei denen sich die Partei uneinig ist. Die Fragen, ob ein Mindestlohn eingeführt werden soll oder ob Ausländer/innen auf Gemeindeebene das Stimmrecht erhalten sollen, teilen die Partei in zwei (annähernd gleich grosse) Lager.

DIE PARTEI DER PÄDAGOGEN

Wenn man die Berufsangaben der EVP-Kandidierenden betrachtet, fällt einem eine gewisse Berufsgruppe sofort ins Auge. Ein pädagogischer Beruf im weiteren Sinne wird eindeutig am häufigsten genannt. Von der Kindergartenlehrperson über den Sozialpädagogen bis hin zum Hochschuldozenten ist dabei alles vertreten.

Zusätzliche Informationen gibt es neben www.smartvote.ch auf der Partei-Site www.evppev.ch sowie auf dem Parteienkompass www.parteienkompass.ch.

Die Grünen – „Into the Wild“

Artikel 6 in unserer Parteienporträt-Serie: die Grünen. Anhand von smartvote-Daten stellen wir euch in einer Artikelserie die wichtigsten Schweizer Parteien vor.

100%-ig grün und pazifistisch zu sein, ist nicht immer einfach: Die smartvote-Analysen zeigen, dass es politische Sachfragen gibt, wo eindeutige Parteipositionen zu finden schwierig sein kann. Dies und dass es die Grünen öfters ins Grüne zieht, findet ihr hier:

DAS SMARTVOTE-PROFIL DER GRÜNEN

Untersucht man die smartvote-Daten der Grünen, so fällt auf: Sie sind fleissige smartvote-Ausfüller. Fast 90 Prozent der 392 registrierten Kandidierenden haben den smartvote-Fragebogen ausgefüllt (Stand 4. Oktober 2011). Daraus ergibt sich folgender Parteienspider:

351 Kandidierende, davon der bisher höchste Frauenanteil von 48%; das Durchschnittsalter beträgt 38,2 Jahre.

Der Grünen-Spider zeigt: Die Grünen sind grün – die Themenachse ausgebauter Umweltschutz bekommt den höchsten Zustimmungswert. Ebenso erhalten die Achsen ausgebauter Sozialstaat und offene Aussenpolitik grossen Zuspruch.
Dafür sind die Zustimmungswerte bei restriktiver Migrationspolitik und Law & Order äusserst gering.

Bei der Betrachtung der Umweltfragen gibt es keine grossen Überraschungen – doch die Krux liegt auch bei den Grünen in der Frage nach der Lockerung des Umwelt- und Landschaftschutzes für den Ausbau von Wind-, Wasser- und Solaranlagen – hier scheiden sich die grünen Geister (vgl. Blogbeitrag zur SP).
Werden zudem die freie Wahl zwischen Militär- und Zivildienst, die Verkleinerung der Armee und die Verschärfung von Waffenbesitz und -erwerb klar befürwortet, so spaltet die Frage nach bewaffneten, friedenserhaltenden Einsätzen der Schweizer Armee im Ausland die Partei: 177 „Ja“ und „eher Ja“ stehen 174 „Nein“ und „eher Nein“ gegenüber.

„INTO THE WILD“

Ihre Freizeit verbringen die Grünen am liebsten lesend – doch die Leseratten verdrücken sich nicht nur gerne mit ihrem Buch in der guten Stube, sondern es zieht sie hinaus in die Natur, in die Berge, „Into the Wild“ sozusagen – der meistgenannte Lieblingsfilm der Grünen notabene. Oder um es mit den Worten eines Kandidierenden auszudrücken: „Fast alles, was draussen stattfindet.“

Zusätzliche Informationen gibt es neben www.smartvote.ch auf der Partei-Site www.gruene.ch sowie auf dem Parteienkompass www.parteienkompass.ch.

Die BDP – die Eigenständigen

Artikel 5 in unserer Parteienporträt-Serie: die Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP). Anhand von smartvote-Daten stellen wir euch in einer Artikelserie die wichtigsten Schweizer Parteien vor.

BDP und SVP – wo liegt der Unterschied? smartvote zeigt ihn auf: Die politischen Positionen beider Parteien haben sich seit der Parteispaltung 2008 klar ausdifferenziert. Wo sich die BDP im Gegensatz zur SVP politisch positioniert und warum es die Partei ihrer berühmten Bundesrätin zum Trotz nicht so mit den Frauen hat – oder umgekehrt –, findet ihr hier:

DAS SMARTVOTE-PROFIL DER BDP

152 BDP-Kandidierende (inkl. Junge BDP) sind bei smartvote registriert, 115 (76%) davon haben ihren Fragebogen bereits ausgefüllt (Stand 4. Oktober 2011). Aufgrund dieser ausgefüllten Fragebogen ergibt sich folgender BDP-smartspider:

115 Kandidierende, davon ein Frauenanteil von nur 19%; der Altersdurchschnitt beträgt 45.4 Jahre

 

Bei keinem anderen Parteienspider kam die politische Mitte bisher so deutlich zum Vorschein wie bei der BDP.
Die höchsten Zustimmungswerte können bei der restriktiven Migrationspolitik und bei Law & Order beobachtet werden. Die tiefsten Werte sind beim ausgebauten Sozialstaat und einer liberalen Gesellschaft zu finden. Die Unterschiede zwischen den Werten sind jedoch minimal.

 

 

 

Die Mitte-Werte auf den smartspider-Achsen bedeuten jedoch nicht, dass die BDP-Kandidierenden zu bestimmten smartvote-Fragen nicht klar Stellung beziehen würden. Die Frage nach einem EU-Beitritt beantwortet nur ein Kandidat mit „Ja“, alle anderen lehnen Beitrittsverhandlungen ab. Die Abschaffung der Heiratsstrafe und die Harmonisierung der Lehrpläne befürwortet jedoch ein Grossteil der Partei. Wenn man die einzelnen Fragen betrachtet, zeigen sich aber auch innerhalb der BDP einige Uneinigkeiten. Wie bei anderen Mitte-Parteien verursacht die Frage nach einer freien Wahl zwischen Militärdienst und zivilem Ersatzdienst bei der BDP die grössten Unstimmigkeiten.

DIE NEUE UND DIE ALTE

Die BDP ist nun seit knapp drei Jahren eine eigenständige Partei auf nationaler Ebene. Wie weit hat sie sich in dieser Zeit von den ehemaligen Parteikollegen der SVP entfernt? Aus dem smartspider-Vergleich kann man erkennen, dass die BDP und die SVP nur noch bei der liberalen Wirtschaftspolitik und der liberalen Gesellschaft ähnliche Achsenwerte aufweisen. Bei der restriktiven Migrationspolitik und der offenen Aussenpolitik zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede. Die Bürgerlich-Demokratische Partei hat sich als eigenständige Partei etabliert.

In Sachen Frauenanteil hat sich die BDP jedoch nicht weit von der SVP wegbewegt: Mit nur 20 % Frauen, die für den Nationalrat kandidieren, weist die BDP prozentual nur wenig mehr Frauen auf als die SVP mit 18 %.

Zusätzliche Informationen gibt es neben www.smartvote.ch auf der Partei-Site www.bdp.info sowie auf dem Parteienkompass www.parteienkompass.ch.

Die CVP – die „bibelmüden“ Christen

Artikel 4 in unserer Parteienporträt-Serie: die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP). Anhand von smartvote-Daten stellen wir euch in einer Artikelserie die wichtigsten Schweizer Parteien vor.

Die Christdemokraten und die Bibel – so klar, wie man gemeinhin annehmen könnte, ist diese Verbindung nicht. Jedenfalls nicht in der Kategorie „Lieblingsbücher“ bei smartvote. Was CVP-Kandidierende hingegen gerne lesen und bei welchen smartvote-Fragen sie sich in die Haare kriegen, kann hier nachgelesen werden:

DAS SMARTVOTE-PROFIL DER CVP

Bisher sind 367 Kandidierende der CVP (inkl. JCVP) bei smartvote registriert, 298 (81%) davon haben den Fragebogen bereits ausgefüllt (Stand 27.9.2011). Aus diesen ausgefüllten Fragebogen ergibt sich folgender CVP-smartspider:

298 Kandidierende, davon ein Frauenanteil von 33%; der Altersdurchschnitt beträgt 41.8 Jahre.

 

Beim Betrachten des Parteienspiders fällt auf, dass die CVP auf allen dargestellten Achsen weder eine stark zustimmende noch eine deutlich ablehnende Haltung einnimmt.

Den höchsten Zustimmungswert weist die Partei bei der liberalen Wirtschaftspolitik auf, bezüglich einer liberalen Gesellschaft zeigt sie sich am zurückhaltesten. Die Werte für die verschiedenen Achsen bewegen sich allerdings alle auf einem ähnlichen Niveau.

 

 

 

Betrachtet man jedoch die einzelnen Fragen, gibt es durchaus ausgeprägte Meinungen innerhalb der CVP.  Die Frage nach einer Abschaffung der Heiratsstrafe beantworten nur 6 Kandidierende nicht mit „Ja“. Ebenfalls deutlich befürwortet wird die Frage nach der Harmonisierung der Lehrpläne. Am klarsten abgelehnt werden die Volkswahl des Bundesrates und die Frage, ob die Schweiz innerhalb der nächsten vier Jahre Beitrittsverhandlungen mit der EU aufnehmen soll.
Es gibt jedoch auch Fragen, bei denen die Geschlossenheit unter den Kandidierenden markant tiefer ausfällt. Die Möglichkeit der freien Wahl zwischen Militärdienst und zivilem Ersatzdienst oder die Frage nach der Offenlegung der Parteienfinanzen spalten die Partei am deutlichsten.

DIE CVP UND DIE HOBBITS

Interessant ist der Blick auf die Lieblingsliteratur der Kandidierenden in Bezug auf den Parteinamen. Nur zweimal wird die Bibel als Lieblingsbuch genannt – eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Bibel schweizweit im Schnitt von allen Kandidierenden am häufigsten aufgeführt wird. Dagegen sind bei der CVP historische Bücher und Fantasy-Romane (z.B. „Der Herr der Ringe“) deutlich beliebter. Dem „C“ in ihrem Namen macht die Partei jedoch trotzdem alle Ehre: Praktisch alle CVP-Kandidierende, welche ihre Religion angegeben haben, sind christlichen Glaubens.

Zusätzliche Informationen gibt es neben www.smartvote.ch auf der Partei-Site www.cvp.ch sowie auf dem Parteienkompass www.parteienkompass.ch.