Die SVP – eine sportverliebte Partei

Artikel 1 zu unserer Parteienporträt-Serie: die Schweizerische Volkspartei (SVP). Anhand von smartvote-Daten präsentieren wir euch in einer Artikelreihe die wichtigsten Schweizer Parteien.

Eine Überprüfung der smartvote-Daten ergab folgendes Resultat: Geschlossenheit zeichnet die Kandidierenden der SVP aus. Dies insbesondere in der Beantwortung der smartvote-Fragen – doch auch in Sachen Freizeitgestaltung haben die SVP-Kandidierenden ähnliche Präferenzen. Schauen wir uns dies mal genauer an:

SMARTVOTE-PROFIL DER SVP

Bisher haben sich 246 von 332 registrierten SVP-Kandidaten den smartvote-Fragen gestellt (Stand 12. September 2011). Dadurch ergibt sich folgender Parteienspider (inkl. jsvp):

246 Kandidierende, davon 43 Frauen; durchschnittliches Alter 41.4 Jahre

Der SVP-Spider illustriert die kompromisslose Ablehnung einer aussenpolitischen Öffnung. Auffällig sind zudem der maximale Ausschlag bei der restriktiven Migrationspolitik und die relativ strenge Haltung bei „Law & Order“. Ein starker Sozialstaat und ein ausgebauter Umweltschutz werden hingegen kaum befürwortet.

Diese markanten Ausschläge entstehen aufgrund der auffälligen Geschlossenheit bei der Beantwortung der Fragen. So beantworteten nur 9 Kandidierende die Frage nach einer einmaligen kollektiven Erteilung der Aufenthaltsbewilligungen von Sans-Papiers nicht mit einem klaren „Nein“. Die Frage, ob die Schweiz in den nächsten vier Jahren EU-Beitrittsverhandlungen aufnehmen solle, beantworteten sogar alle 246 Kandidierende mit einem klaren „Nein“.

DIE SVP UND IHRE FREIZEITGESTALTUNG

Die Geschlossenheit der SVP lässt sich aber nicht nur bei ihrer politischen Einstellung beobachten. Auch ihre Freizeit verbringen die SVP-Kandidierende gewissermassen linientreu: Ganze 88.9% der Kandididierenden geben als Hobby eine Form von Sport an. Spitzenreiter unter den Sportarten ist das Wandern, dicht gefolgt von Velofahren. Allerdings findet man auch einige Exoten unter den Sportarten wie beispielsweise das Gerätetauchen oder Krav Maga.

Für Auskünfte betreffend Möglichkeiten einer sportlichen Freizeitgestaltung wendet man sich also am besten an die SVP – eine wahrhaft sportverliebte Partei. Sucht man Informationen zu den politischen Positionen der SVP, ist neben www.smartvote.ch ein Besuch der Partei-Site empfehlenswert: www.svp.ch. Ebenfalls sehr informativ ist das Parteienportät der SVP im Parteienkompass: www.parteienkompass.ch.

Eine Bieridee mit Folgen

10 JAHRE SMARTVOTE

smartvote ist auch nach bald zehnjährigem Bestehen die meistgenutzte Wahlhilfe für die Schweiz. Dies dürfte sich auch bei den diesjährigen Wahlen bestätigen.
Wie alles begann…

smartvote war eine Bieridee: Vor rund zehn Jahren diskutierten bei einem Feierabendbier vier Freunde darüber, welche Partei man wählen sollte. Sie waren alle politisch heimatlos und daher auch ratlos. So dachten sie sich, wie praktisch es wäre, wenn man sein eigenes politisches Profil auf einfache Art und Weise mit den Kandidierenden vergleichen könnte. Eine Skizze auf einer Serviette – und die Idee für smartvote war geboren.

Knapp zwei Jahre und unzählige Arbeits- und Programmierstunden später startete 2003 die erste smartvote-Version in die nationalen Wahlen.

So wurde 2003 für smartvote geworben

Zu Beginn wurde smartvote nicht ernst genommen. Politiker und Medien stellten Sinn und Zweck der Wahlhilfe infrage. Auch sonst hatte es die Wahlhilfe nicht leicht: smartvote war ein Feierabendprojekt engagierter Leute, die den Postversand an die Kandidierenden abends zu Hause erledigten. Von Hand klebten sie die Briefmarken im Hitzesommer 2003 auf mehrere Tausend Couverts.

Doch aus der Bieridee wurde Ernst – smartvote hatte Erfolg: Rund die Hälfte der Kandidierenden machten mit, und rund 250’000 Wahlempfehlungen wurden beim ersten Einsatz im Jahr 2003 ausgestellt.

Ursprünglich war ein einmaliger Einsatz geplant, doch das Projekt hatte Potenzial. So wurde 2004 der Verein Politools gegründet (www.politools.net). Seither wird smartvote von diesem betrieben und weiterentwickelt. Nach wie vor ist dabei Freiwilligenarbeit untentbehrlich – mehrere Tausend Arbeitsstunden leisten die Vereinsmitglieder jährlich.
Nicht zuletzt dank diesem grossen Engagement hat sich smartvote etabliert. Die Wahlhilfe gehört heute zum festen Inventar bei jeder grösseren Wahl. Steht der Service einmal nicht zur Verfügung, gehen jeweils zahlreiche enttäuschte Reaktionen aus der Wählerschaft ein.

Bei den Nationalrats- und Ständeratswahlen 2007 haben 85% der Kandidierenden den Fragebogen ausgefüllt, und rund 15% der Wähler/innen haben die Dienste von smartvote in Anspruch genommen. Dabei wurden rund eine Million Wahlempfehlungen ausgestellt.

So sah die smartvote-Seite 2007 bis 2011 aus

Für die nationalen Wahlen 2011 wurde smartvote erneuert. Die Seite präsentiert sich seit dem 4. Juli 2011 in einem neuen Kleid:

So präsentiert sich die neue smartvote-Seite seit dem 4. Juli 2011

Bis zu den Wahlen werden kontinuierlich zusätzliche Funktionen aufgeschaltet. Mehr als 2’500 Kandidierende haben den Fragebogen bereits ausgefüllt, und es werden täglich mehr. Vieles deutet darauf hin, dass es auch bei der Nutzung durch Wähler/innen einen weiteren Zuwachs geben wird: Bereits wurden über 220’000 Wahlempfehlungen ausgestellt – dies sind 20% mehr als zum gleichen Zeitpunkt vor vier Jahren.

Das Bedürfnis nach einer Online-Wahlhilfe ist offensichtlich vorhanden. Die Zukunft sieht für smartvote vielversprechend aus – doch gesichert ist sie nicht. Das Projekt hat eine kritische Grösse erreicht: Für ein Freiwilligenprojekt ist es zu gross und zu ressourcenintensiv geworden. Die entscheidende Frage für die kommenden Jahre wird sein, ob es gelingt, für smartvote eine tragfähige Finanzierung über Medien- und universitäre Partner sowie über Spenden und Stiftungen zu finden.