Artikel 4 in unserer Parteienporträt-Serie: die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP). Anhand von smartvote-Daten stellen wir euch in einer Artikelserie die wichtigsten Schweizer Parteien vor.
Die Christdemokraten und die Bibel – so klar, wie man gemeinhin annehmen könnte, ist diese Verbindung nicht. Jedenfalls nicht in der Kategorie „Lieblingsbücher“ bei smartvote. Was CVP-Kandidierende hingegen gerne lesen und bei welchen smartvote-Fragen sie sich in die Haare kriegen, kann hier nachgelesen werden:
DAS SMARTVOTE-PROFIL DER CVP
Bisher sind 367 Kandidierende der CVP (inkl. JCVP) bei smartvote registriert, 298 (81%) davon haben den Fragebogen bereits ausgefüllt (Stand 27.9.2011). Aus diesen ausgefüllten Fragebogen ergibt sich folgender CVP-smartspider:
Beim Betrachten des Parteienspiders fällt auf, dass die CVP auf allen dargestellten Achsen weder eine stark zustimmende noch eine deutlich ablehnende Haltung einnimmt.
Den höchsten Zustimmungswert weist die Partei bei der liberalen Wirtschaftspolitik auf, bezüglich einer liberalen Gesellschaft zeigt sie sich am zurückhaltesten. Die Werte für die verschiedenen Achsen bewegen sich allerdings alle auf einem ähnlichen Niveau.
Betrachtet man jedoch die einzelnen Fragen, gibt es durchaus ausgeprägte Meinungen innerhalb der CVP. Die Frage nach einer Abschaffung der Heiratsstrafe beantworten nur 6 Kandidierende nicht mit „Ja“. Ebenfalls deutlich befürwortet wird die Frage nach der Harmonisierung der Lehrpläne. Am klarsten abgelehnt werden die Volkswahl des Bundesrates und die Frage, ob die Schweiz innerhalb der nächsten vier Jahre Beitrittsverhandlungen mit der EU aufnehmen soll.
Es gibt jedoch auch Fragen, bei denen die Geschlossenheit unter den Kandidierenden markant tiefer ausfällt. Die Möglichkeit der freien Wahl zwischen Militärdienst und zivilem Ersatzdienst oder die Frage nach der Offenlegung der Parteienfinanzen spalten die Partei am deutlichsten.
DIE CVP UND DIE HOBBITS
Interessant ist der Blick auf die Lieblingsliteratur der Kandidierenden in Bezug auf den Parteinamen. Nur zweimal wird die Bibel als Lieblingsbuch genannt – eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Bibel schweizweit im Schnitt von allen Kandidierenden am häufigsten aufgeführt wird. Dagegen sind bei der CVP historische Bücher und Fantasy-Romane (z.B. „Der Herr der Ringe“) deutlich beliebter. Dem „C“ in ihrem Namen macht die Partei jedoch trotzdem alle Ehre: Praktisch alle CVP-Kandidierende, welche ihre Religion angegeben haben, sind christlichen Glaubens.
Zusätzliche Informationen gibt es neben www.smartvote.ch auf der Partei-Site www.cvp.ch sowie auf dem Parteienkompass www.parteienkompass.ch.
