10 Jahre smartvote: Teil 3

SMARTVOTE WÄCHST WEITER:

2005:

  • smartvote wird bei immer mehr kantonalen und lokalen Wahlen in allen Landesteilen angeboten. Dazu werden jeweils Praktikant/innen angeheuert. Die Fussballtrainings der Uni Bern erweisen sich hierbei als hervorragender Rekrutierungspool.
  • Den Praktikant/innen gefällt’s bei uns, und viele bleiben nach dem Praktikum im Verein und arbeiten gratis weiter. Dadurch wächst der Verein im Laufe der Jahre auf rund 40 Mitglieder an.
  • Im Herbst 2005 wird smartvote auch zu einem Forschungsprojekt! Das NCCR Democracy startet ein Projekt an den Universitäten Zürich, Lausanne und Bern, um die Benutzung von smartvote zu erforschen.

2006:

  • Im Hinblick auf die nationalen Wahlen 2007 beginnen die Arbeiten an smartvote 5.0. Es wird ein komplettes Redesign der Seite umgesetzt. Die IT liegt dabei fest in den Händen von Frauen: Wir haben fast alle verfügbaren Informatikerinnen der Uni Bern angestellt: Stefani, Lea und Brigitte.

2007:

  • Dieses Jahr steht ganz im Fokus der Nationalrats- und Ständeratswahlen. Ein Höhepunkt des Jahres: Praktikant Simon Bart ruft bei der Grünen Partei an, um das Angebot vorzustellen, und meldet sich mit: „Grüezi, da isch Smart vo Bartvote…“ Gelächter am anderen Ende der Leitung.
  • Bilanz der Wahlen: 84 % der Kandidierenden haben mitgemacht, 963’000 Wahlempfehlungen wurden ausgestellt.
  • Hatte sich Ueli Maurers Einschätzung zu smartvote seit 2003 verändert? Das wissen wir nicht, ABER mitgemacht hat er allemal:
smartspider von Ueli Maurer (2007)

smartspider von Ueli Maurer (2007)

10 Jahre smartvote: Teil 2

2003 – DAS JAHR 0 DER SMARTVOTE-ZEITRECHNUNG

  • smartvote 3.0 wird in Zusammenarbeit mit MySign veröffentlicht. Auch verfestigt sich smartvote langsam, aber sicher auch institutionell: Wir verfügen nun über ein Postfach! Nach wie vor arbeiten aber die smartvot’ler von zu Hause aus.
  • Der grosse Moment ist da: Für die Nationalrats- und Ständeratswahlen 2003 geht smartvote zum ersten Mal online! Bilanz: 50% der Kandidierenden machen mit, 255’000 Wahlempfehlungen werden ausgestellt.
  • „So ein Mist…“. So äussert sich der damalige SVP-Präsident Ueli Maurer öffentlich über smartvote. Damit müssen wir leben.

2004 – SMARTVOTE 4.0 ENTSTEHT INNNERHALB VON ZWEI MONATEN

  • Wir entschliessen uns dazu, smartvote weiterzuführen! Hierzu gründen wir den nicht gewinnorientierten Verein Politools als Trägerverein.
  • smartvote 4.0 wird realisiert: Nun mit der smartmap und zahlreichen weiteren Änderungen. Programmiert wird sie von Serge, der zwischen zwei Jobs steht, innerhalb von nur 2 Monaten: In dieser Zeit verlässt Serge die Wohnung kaum noch, lebt vom Pizza-Service, und manchmal wird das Pyjama erst gar nicht ausgezogen. Er programmiert von 6.30 Uhr früh bis spät in die Nacht. Seine Frau bezeichnet ihn als „total beknackt“, der Ehe hat es aber nicht geschadet.
  • Damit Serge programmieren kann, investieren wir das gesamte Vereinskapital von knapp 4’000 Franken in einen Laptop.
  • In diesem Jahr wird smartvote zum ersten Mal auf kantonaler Ebene angeboten: in den Kantonen Thurgau und St. Gallen.

Wie gehts weiter? Fortsetzung folgt…

10 Jahre smartvote: Teil 1

PROLOG: EINE ONLINE-WAHLHILFE ENTSTEHT

Wir schreiben das Jahr 2001: Die Idee wird geboren – wann und wie genau sie entstanden ist, ist jedoch nicht mehr ganz klar. Dass dabei Bier im Spiel war, da sind wir uns aber sicher. Die übrigen Zutaten: ein Politologe (Daniel), ein Historiker (Jan), ein Designer (Albert), zwei Wirtschaftsinformatiker (Serge und Tobias) und ein Volkswirtschaftler (Bruno).

Motivation: Wir wollten zwar wählen gehen, taten uns aber mit der Entscheidung schwer. Bei allen Parteien hat uns immer irgendetwas nicht gepasst. So kam die Idee auf, dass allenfalls ein Computerprogramm diesem Problem Abhilfe schaffen könnte.

Gearbeitet haben wir an der Idee jeweils nach Feierabend und an den Wochenenden. Für Sitzungen wurden Seminarräume an der Uni Bern in Beschlag genommen – in der Regel wurden wir gegen 21 Uhr von der Putzkolonne vor die Tür gesetzt.

Wir schreiben das Jahr 2002: Die Idee wird verfeinert und am Namen der Website rumgedoktert. In der engeren Auswahl stehen easyvote.ch und smartvote.ch. Der Entscheid erfolgt knapp zugunsten von Letzterem – der Autor wird dabei überstimmt, ist heute darüber aber sehr glücklich.

smartvote 1.0: Die erste smartvote-Version steht, wird aber nicht veröffentlicht. Sie verfügt zwar bereits über eine gut funktionierende Wahlempfehlung, ist aber farblich noch sehr gewagt in Giftgrün gehalten.

smartvote 2.0: Die zweite Version folgt bereits gegen Jahresende. Als tonangebende Farbe wird nun Orange verwendet und ist dies heute noch. Zudem wird das Logo entworfen, und in Zusammenarbeit mit Sotomo entsteht der smartspider.

Fortsetzung folgt …

Gemeindewahlen mit smartvote

Mitte August werden die Wahlen der Stadt Baden auf smartvote.ch für die Wähler/-innen aufgeschaltet. Die Kandidierenden sind dabei, den smartvote-Fragebogen auszufüllen, und für die Gründer von smartvote ist es natürlich eine grosse Freude, zum ersten Mal die Wahlen in ihrer Heimatstadt begleiten zu dürfen.

Wie die Begleitung von Gemeindewahlen begann…

Doch wie kam es, dass smartvote überhaupt Wahlen in kleineren Parlamentsgemeinden begleitet? Es begann 2007 mit den Wahlen in der Grenzstadt Kreuzlingen. Im Laufe der Planung der nationalen Wahlen 2007 sowie der Thurgauer Kantonswahlen 2008 kontaktierte das smartvote-Team die „Thurgauer Zeitung“ für eine mögliche Medienpartnerschaft. Diese war an einer Zusammenarbeit interessiert und wies zudem noch auf die Wahlen in Kreuzlingen hin, die man ebenfalls begleiten könnte. Dank einem Beitrag der „Thurgauer Zeitung“ und einer gehörigen Portion Freiwilligen- und Praktikumsarbeit vonseiten smartvote wurden vier Jahre nach der Gründung von smartvote die ersten Wahlen in einer kleineren Stadt begleitet.

Nach dieser Premiere folgten 2008 die Wahlen in Gossau und Wil  sowie 2009 in der grossen Berner Stadtgemeinde Köniz. Diese übernahm die anfallenden Kosten, sodass die Wahlen kostendeckend durchgeführt werden konnten.

Kleine Wahl — grosse Wahl: Wo liegt der Unterschied?

Im Vergleich zu einer grossen kantonalen Wahl wie Zürich mit 18 Wahlkreisen und fast 2’000 Kandidierenden ist eine Wahl in Gossau mit einem einzigen Wahlkreis und nicht einmal 100 Kandidierenden natürlich sehr überschaubar. Doch unabhängig von der Grösse einer Wahl fallen bei smartvote immer Arbeiten an, die jedes Mal mit fast demselben Aufwand durchgeführt werden müssen: die Erstellung des Fragebogens, das Verfassen von Erläuterungstexten zu den einzelnen Fragen, die zur Verfügungstellung sowie das Einrichten des Systems und der Datenbank etc.

So generieren die acht Kandidierendenlisten in Baden viel weniger Aufwand in Einlesen, Bewirtschaftung sowie Support als z.B. die 450 Kandidierenden bei den kantonalen Wahlen in Solothurn von diesem Frühling – der Fragebogen aber wurde mit derselben Sorgfalt entwickelt: insgesamt 54 Fragen, wovon über die Hälfte lokale politische Themen aufgreifen.

Die Einnahmemöglichkeiten bei einer Gemeindewahl, um die entstehenden Kosten zu decken, sind aber im Vergleich zu einer kantonalen Wahl viel geringer. Als 2011 die Kreuzlinger Wahlen zum zweiten Mal begleitet wurden, zahlten die Parteien einen Beitrag an die Kosten, sodass 2’250 Franken an Einnahmen generiert werden konnten. Bei einem schliesslich insgesamt anfallenden Aufwand von über 150 Arbeitstunden war dies natürlich viel zu wenig (notwenige Rückstellungen für das Gesamtprojekt smartvote sowie für IT-Leistungen, Hosting etc. erst gar nicht berücksichtigt).

bild_gemeindewahlen

Seit 2012 begleitet smartvote häufiger Gemeindewahlen, ist aber darauf bedacht, sie nur noch durchzuführen, wenn die Kosten gedeckt sind. Sei es, dass die Gemeinden die Kosten tragen (so in Wil und in Gossau 2012 und nun in Baden 2013) oder dass die Gemeinde die Kosten bezahlt, von den Parteien aber noch einen Beitrag verlangt (so in Köniz 2009 und diesen Herbst 2013) oder dass ein Mix aus Medien-, Gemeinde- und Parteibeiträgen besteht (so in Illnau-Effretikon 2014).

smartvote: Auch bei Gemeindewahlen ein grosser Mehrwert

smartvote fragt — wenn zeitliche und personelle Ressourcen es erlauben — laufend Gemeinden für ihre Parlaments- und Regierungswahlen an, da wir davon überzeugt sind, dass die Wahlhilfe auch in kleineren Gemeinden einen grossen Mehrwert darstellt. Die Reaktionen von Wähler/-innen, Parteien und Medien sind immer sehr positiv, die Beteiligung von Kandidierenden und Wähler/-innen jeweils sehr zufriedenstellend. Im Aargau hat von fünf angefragten Gemeinden in diesem Jahr nur Baden zugesagt, aber dafür sind wir umso motivierter, diese Wahlen erfolgreich zu begleiten!

Und wir hoffen natürlich, dass wir in Zukunft smartvote bei so vielen Wahlen in kleineren Gemeinden wie möglich anbieten können! Bei Interesse können sich die Gemeinden jederzeit bei uns melden (kontakt@smartvote.ch).

Die Wahlen 2014 mit smartvote

Dieses Jahr geht es auf der smartvote-Website eher ruhig zu und her – 2013 ist ein Jahr, in dem nur wenige Wahlen mit smartvote begleitet werden: Diesen Frühling wurde smartvote zwar zum ersten Mal, aber mit grossem Erfolg im Kanton Solothurn angeboten. So stellten die Kandidierenden mit einer Teilnahme von über 90 % einen Rekord bei den kantonalen Wahlen auf! Diesen Herbst stehen schliesslich noch zwei Gemeindewahlen an: in Baden und in Köniz.

Ruhig im Vordergrund heisst aber mitnichten untätig im Hintergrund — denn nächstes Jahr stehen zahlreiche kantonale und lokale Wahlen an, die wir mit smartvote begleiten werden. Die Vorbereitungen hierzu laufen bereits seit einigen Wochen auf Hochtouren: Parteien kontaktieren, Offerten erstellen, Verträge aushandeln; dasselbe mit den Medienpartnern, die Analysen, Grafiken und Auswertungen von smartvote in ihre jeweilige Wahlkampfberichterstattung einbinden werden.

Unzählige Telefonate, Sitzungen und Gespräche haben bereits Früchte getragen: So werden wir die Wahlen in den Städten Zürich, Winterthur und Illnau-Effretikon begleiten. Der Kanton Bern wählt ebenfalls im Frühling 2014 Parlament und Regierung neu, und smartvote wird mit dabei sein. Das Jahr 2014 verspricht schon jetzt ein intensives Wahljahr zu werden.

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Die Wahlen 2014 im grossen Kanton Bern sowie in den grossen Städten Zürich und Winterthur versprechen spannend zu werden.

Weitere Wahlen sind noch in Abklärung, so z.B. in den Kantonen Graubünden und Glarus, in weiteren Zürcher Gemeinden sowie in der Stadt Thun und dem Kanton Zug.

Wir freuen uns bereits auf die zahlreichen Wahlen nächstes Jahr! Ab Herbst heisst es dann, die Wahlen konkret einzurichten und die Fragebogen zu entwickeln. Wer Fragevorschläge, aber auch sonstige Anregungen zu smartvote hat, ist herzlich dazu eingeladen, sie uns zu schicken an: kontakt@smartvote.ch