Die neuen Parlamentarierinnen und ihre Vorgänger

Vier neue Nationalrätinnen hatten heute ihren ersten Tag im Parlament. Wo stehen sie im Vergleich zu ihren Vorgänger/innen? Wir haben die Nationalratsfragebogen von 2011 aller acht Politiker/innen unter die Lupe genommen und dabei die Nachfolgerin jeweils mit ihrer Vorgängerin bzw. ihrem Vorgänger verglichen.

Masshardt vs. Wyss – die politischen Zwillinge

Der smartspider von Nadine Masshardt ist praktisch mit demjenigen von Ursula Wyss identisch. Die beiden SP-Parlamentarierinnen vertreten dieselbe Sachpolitik – bei keiner der 75 Fragen des smartvote-Fragebogens sind sie sich uneinig. So weichen sie gerade nur bei 8 Fragen mit einem “Eher Ja” statt “Ja” bzw. “Eher Nein” statt “Nein” voneinander ab. Betrachtet man also nur den smartvote-Fragebogen, so kann man Masshardt als die “neue Wyss” im Parlament bezeichnen.

Friedl vs. Fässler – die politischen Schwestern

Auch Claudia Friedl antwortete sehr ähnlich wie Hildegard Fässler. Jedoch treten die kleinen Differenzen bei den Antworten etwas häufiger auf als bei Masshardt/Wyss. Der smartspider zeigt denn auch leicht unterschiedliche Haltungen auf – so sind sich die beiden St. Galler Sozialdemokratinnen in ein paar wenigen Fragen uneinig: Fässler sagte “Ja” zum Agrarfreihandelsabkommen mit der EU, Friedl hingegen vertritt die Position “Eher Nein” – beim Ausbau von Wind-, Solar- und Wasserkraftwerken auf Kosten des Landschaftsschutzes sagte Fässler “Eher Ja”, Friedl ist mit “Nein” gegen eine Lockerung des Landschaftsschutzes. Friedl und Fässler sind zwar nicht gerade politische Zwillinge, aber bestimmt politische Schwestern.

Trede vs. Teuscher – mehr aussenpolitische Öffnung

Auch bei den beiden Grünen sind, betrachtet man die smartspider, keine entgegengesetzten Positionen zu erwarten. Was auffällt, ist die grössere Zustimmung von Aline Trede gegenüber einer aussenpolitischen Öffnung. So ist sie eher für einen EU-Beitritt, Teuscher hingegen sagte klar “Nein”. Und Trede ist eher für bewaffnete, friedenserhaltende Einsätze der Schweizer Armee im Ausland, Teuscher nicht.

Herzog vs. Spuhler – die Gegensätzlichen

Wie der smartspider-Vergleich bereits grafisch verdeutlicht, vertritt Verena Herzog in vielen Fragen eine gegenteilige Meinung zu ihrem SVP-Vorgänger Peter Spuhler. Sie hebt sich von allen vier Neuen am deutlichsten von ihrem Vorgänger ab.

So ist Verena Herzog u.a. für einen erschwerten Zugang zur erleichterten Einbürgerung, Spuhler lehnte dies ab. Ebenso sagt sie “Ja” zur Ecopop-Initiative, welche das Bevölkerungswachstum begrenzen möchte, Spuhler hingegen sagte “Nein”.

Weiter lehnt Herzog im Gegensatz zu Spuhler das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU ab, ist gegenüber Managed Care negativ eingestellt und ist für eine Regulierung systemrelevanter Grossbanken.

Die grossen sachpolitischen Unterschiede zwischen Nachfolgerin und Vorgänger überrascht in dem Sinne nicht, als dass Peter Spuhler immer wieder mal andere Positionen als die SVP vertrat, Herzog hingegen eher im Durchschnitt der Partei liegt.

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