Eine Antwort an Herrn Knauss

Markus Knauss (Zürcher Stadtratskandidat) hat auf seiner Website einen Beitrag veröffentlicht, in dem er mit smartvote und dem smartvote-Fragebogen für die Zürcher Wahlen hart ins Gericht geht. Zunächst einmal möchten wir uns dafür bedanken, dass er den Fragebogen trotz seiner Verärgerung beantwortet hat.

So stört sich Markus Knauss an einer Reihe von Fragen, die aus seiner Sicht am eigentlichen Sachverhalt vorbeizielen, zu wenig detailliert oder nicht sachgerecht formuliert sind. Einen Teil der Kritik müssen wir schlucken. Ein Tool wie smartvote muss Fragen bis zu einem gewissen Grad vereinfachen und kann nicht alle denkbaren Handlungs- und Antwortoptionen berücksichtigten. Daher auch das vereinfachende „Ja – Eher ja – Eher nein – Nein“-Antwortschema. Ansonsten wäre ein Vergleich zwischen mehreren Hundert Kandidierenden nicht möglich.

Es gibt aber auch Kritikpunkte, die ins Leere zielen: so z.B. dass wir nach der Zustimmung bzw. Ablehnung der Volksinitiative „Ja zu fairen Gebühren“ des Zürcher Gewerbeverbandes fragen. Ob es die Initiative wirklich braucht oder ob sie sinnvoll ist oder nicht, darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Doch darum geht es nicht: Fakt ist, die Initiative ist zustande gekommen, über sie wird abgestimmt werden. Daher ist es durchaus berechtigt, die Frage im Fragebogen aufzuführen.

Der Knauss’sche Hauptkritikpunkt liegt jedoch weniger bei den Fragen als beim smartspider. Mit seiner Sorge, wie sich seine Antworten auf die Ausgestaltung seines smartspiders auswirken, ist er nicht allein. Wir weisen hier aber (zum wiederholten Male) darauf hin, dass diesbezüglich überhaupt keine Mutmassungen notwendig sind! smartvote ist diesbezüglich vollkommen transparent und legt für alle Fragen offen, ob und wenn ja wie sie in die Berechnung des smartspiders einfliessen (Bsp. für die Zürcher Wahlen).

So können wir Herrn Knauss zumindest teilweise beruhigen, wenn wir darauf hinweisen, dass gerade bei mehreren von ihm ins Feld geführten Fragen gar keine Auswirkungen auf den smartspider vorhanden sind (z.B. Zusammenschluss Stadtspitäler Waid und Triemli mit Unispital, Frage zu mehr städtebaulicher Verdichtung mittels BZO).

Bezüglich der smartspider gibt es seit Jahren immer wieder Kritik. Wobei sich die Kritikpunkte je nach politischer Richtung, aus der sie kommen, durchaus widersprechen können. Auf die entsprechende Kritik sind wir in diesem Blog bereits mehrfach eingegangen http://blog.smartvote.ch/?p=169 und http://blog.smartvote.ch/?p=237.

Kandidierende und Journalisten versteifen sich bei ihrer Beurteilung von smartvote oft auf die smartspider. Dabei stellen diese nur ein Nebenprodukt von smartvote dar. Das Hauptprodukt ist die berechnete Wahlempfehlung in Form einer rangierten Liste. Diese stützt sich auf einen rein mathematischen Algorithmus und enthält anders als der smartspider keinerlei politische Wertungen. Interessanterweise haben Rückmeldungen, die wir erhalten, sowie Benutzerumfragen gezeigt, dass die Wähler/innen weit weniger smartspider-fixiert sind.

Im letzten Satz seines Beitrags hält Markus Knauss fest, dass „vermessene Demokratie eben keine politischen Diskussionen“ ersetze. Damit rennt er bei uns offene Türen ein. Wir haben nie etwas anderes behauptet. Wir selber weisen immer wieder darauf hin, dass smartvote nur eine unter mehreren Entscheidungshilfen für die Wahlentscheidung ist.

Gerne verweisen wir daher auch auf unseren Blogbeitrag zum Informationsverhalten der smartvote-Benutzer/innen. Anhand von Umfragedaten legen wir dar, dass die smartvote-Benutzer/innen keineswegs blindlings der Wahlempfehlung oder den Analysen vertrauen und 1:1 nach diesen wählen. Vielmehr diskutieren sie diese in der Familie oder mit Freunden und Kollegen oder benutzen sie als Ausgangspunkt, um gezielt nach weiteren Informationen zu Kandidierenden zu suchen. Alles in allem sind sich die Benutzer/innen der Chancen und Risiken von smartvote sehr bewusst und gehen verantwortungsbewusst mit den zur Verfügung gestellten Informationen um.

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