Macht smartvote uns zu willenlosen Marionetten?

Wer wählt, muss sich entscheiden und das ist nicht immer leicht. Zumal das Angebot an Parteien und Kandidierenden in den letzten Jahren deutlich grösser geworden ist. Entsprechend gewachsen ist somit auch der Bedarf vieler Wähler an zusätzlichen Orientierungshilfen, um sich im Parteien- und Kandidatendschungel zurecht zu finden. Nicht zuletzt deshalb konnten sich Online-Wahlhilfen als wichtige Informationsquellen im Vorfeld von Wahlen etablieren. Doch sind sie tatsächlich transparente Wegweiser oder machen aus Wählern willenlose Marionetten?

Immer wieder werden Befürchtungen geäussert, dass die Benutzung smartvote die Entscheidungsfindung negativ beeinflusst, indem es zu hastigen und oberflächlichen Wahlentscheidungen führt, ohne sich vertieft mit den Parteien bzw. Kandidierenden und ihren politischen Inhalten auseinandergesetzt zu haben.

Wahlhilfe, nicht Entscheidungs-Abnehmer

Anlässlich der Wahlen 2015 haben mehr als 11’000 smartvote-Benutzer an einer wissenschaftlichen Umfrage zur Benutzung von smartvote teilgenommen. Die Antworten aus dieser Umfrage erlauben es, sich ein genaueres Bild davon zu machen, wie die Wählerinnen und Wähler smartvote benutzen und welche Effekte es auf die Art und Weise hat, wie sie ihren Wahlentscheid treffen.

Zunächst einmal kann man festhalten, dass smartvote von seinen Benutzern ernst genommen wird: rund 87% der Befragten haben angegeben, dass smartvote sie in ihrem Wahlentscheid beeinflusst hat. Interessant ist nun aber, dass von diesen nur 14% die erhaltene Wahlempfehlung 1:1 auf ihren Wahlzettel übertragen haben! Die überwiegende Mehrheit von 61% hingegen hat auf Grund der Wahlempfehlung lediglich gezielte Anpassungen vorgenommen, sprich einzelne Kandidierende panaschiert, kumuliert oder gestrichen.

Zudem weist die Benutzung von smartvote noch weitere indirekte Effekte auf, die für gut funktionierende demokratische Prozesse von grosser Bedeutung sind. So haben 91% der Benutzer angegeben, dass smartvote ihre Informationsbasis verbessert hat. Generell scheint sich smartvote positiv auf das Interesse an Wahlen und in der Folge davon auch auf die Wahlteilnahme auszuwirken – darauf werden wir in einem der nächsten Blogbeiträge genauer eingehen. Besonders interessant ist jedoch, dass die Benutzung von smartvote bei jeweils rund 60% seiner Benutzer dazu geführt hat, dass diese über Sachthemen, die ihnen sonst entgangen wären, nachgedacht haben, sie sich weitere Informationen zu bestimmte Themen oder Kandierenden gesucht haben und vermehrt in der Familie und mit Freunden über Politik und die Wahlen diskutiert haben.

smartvote bietet somit den Wählern eine Art der individuellen, auf ihre Bedürfnisse massgeschneiderte Informationsvermittlung, wie sie die klassischen Medien und Wahlkampfinstrumente nicht bieten können – und führt keinesfalls zu blindem Vertrauen in die ausgestellte Wahlempfehlung.

Somt lässt sich auch die These, dass die Wähler die Entscheidung lieber an den Computer delegieren, als sich mühsam durch Wahlunterlagen zu quälen, entkräften. Vielmehr motiviert die Wahlempfehlung den Wahlzettel gezielt anzupassen.

smart wählen dank smartvote

Auf der Basis, der präsentierten Befunde kann die Befürchtung, dass die smartvote-Benutzer ihre Wahlentscheidung einfach und bequem an einen Computer delegiere, weitestgehend entkräftet werden. Dafür finden sich kaum Anhaltspunkte. Vielmehr animiert smartvote den Grossteil seiner Benutzer dazu sich aktiv und engagiert mit den zur Wahl stehenden Parteien und Kandidierenden und ihren Sachpositionen zu befassen. smartvote bietet Wählern individuelle und massgeschneiderte Informationen an, wie es die klassischen Medien und Wahlkampfinstrumente nicht bieten können. Es zeigt sich, dass die Wähler damit sehr verantwortungsbewusst umgehen und den smartvote-Wahlempfehlungen nicht einfach blind Vertrauen.

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