Von links bis liberal

Zürich hat gewählt, und die Medien haben den neuen Gemeinderat bereits auch anhand von smartvote-Daten analysiert (NZZ, SRF, TA).

Zürich hat jedoch in neun Wahlkreisen gewählt. In diesem Blogbeitrag möchten wir auf die Unterschiede der neun Wahlkreise anhand von deren smartspidern eingehen. Dazu haben wir anhand der smartvote-Antworten der Gemeinderät/-innen für jeden der neun Wahlkreise einen smartspider berechnet. Als zusätzliche Vergleichsmöglichkeit haben wir sie noch mit demjenigen des gesamten Gemeinderats hinterlegt.

Um es vorwegzunehmen: Einen richtig bürgerlichen oder gar rechten Wahlkreis gibt es nicht, aber dennoch haben wir zwischen den Wahlkreisen einige Unterschiede gefunden.

Die Linken

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Die Wahlkreise 3, 4+5 und 6 sind deutlich links und weisen die typische Ausprägung eines SP-smartspiders auf: für eine offene Aussenpolitik, eine liberale Gesellschaft, einen ausgebauten Sozialstaat und einen ausgebauten Umweltschutz. Auf der anderen Seite positionieren sie sich gegen die Ziele einer liberalen Wirtschaftspolitik, einer restriktiven Finanzpolitik, ebenso gegen die Ziele von Law & Order und einer restriktiven Migrationspolitik.

 Die gemässigt Linken

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Gemäss der smartspider können auch die Wahlkreise 9 und 10 als linke Wahlkreise bezeichnet werden, wenn auch nicht so klar wie in den vorherigen. Denn die Befürwortung für einen ausgebauten Sozialstaat ist nicht mehr so ausgeprägt, und andererseits weisen sie im Vergleich zu den sehr linken Wahlkreisen 3, 4+5 und 6 auch eine deutlich grössere Zustimmung zu einer liberalen Wirtschaftspolitik sowie zu einer restriktiven Finanzpolitik auf. Die Wahlkreise 9 und 10 können somit als gemässigt links charakterisiert werden.

Die Mitte

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Die Wahlkreise 7 + 8, 11 und 12 ähneln sich sehr stark. Bei ihnen handelt es sich um smartspider, wie sie sonst eher typischen Mitte-Parteien zuzuordnen sind. Die Zustimmung zu einem ausgebauten Sozialstaat fällt nochmals tiefer aus als in linken bzw. gemässigt linken Wahlkreisen. Die Zustimmung zu bürgerlichen Positionen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik hat weiter zugenommen, aber mit Ausnahme der nach wie vor sehr stark ausgeprägten Befürwortung einer liberalen Gesellschaft weisen die smartspider sehr gemässigte Mitte-Positionen mit Werten rund um die 50-Punkte-Marke auf.

Der wirtschaftsfreundliche Wahlkreis

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Der smartspider des Wahlkreises 1+2 weist die wirtschaftsliberalste Ausprägung auf. Kein anderer Wahlkreis weist eine so hohe Zustimmung auf der Achse liberale Wirtschaftspolitik auf, und auch bei den Achsen zur restriktiven Finanzpolitik und zum ausgebauten Sozialstaat unterscheiden sich die Haltungen klar von denjenigen der linken Wahlkreise. Dadurch, dass die Zustimmung auf der gesellschaftsliberalen Achse unverändert hoch ist, kann man diesen Wahlkreis auch als den „liberalsten“ der neun Wahlkreise bezeichnen.

FAZIT

Das Stadtzürcher Parlament ist insgesamt betrachtet kein klar bürgerliches Parlament. Betrachtet man die einzelnen Wahlkreise, treten durchaus Unterschiede hervor. Die meisten Wahlkreise können als gemässigt links oder als Mitte-Wahlkreise bezeichnet werden. Generell zeigen sich zwei Aspekte: Zum einen zeichnen sich alle Wahlkreise als in gesellschaftspolitischen Fragen sehr liberal aus. Zum anderen unterscheiden sich die Wahlkreise hauptsächlich bei Fragen zum Sozialstaat sowie zur Wirtschafts- und Finanzpolitik.

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