Der Nutzen von smartvote für die Wählerinnen und Wähler ist eng mit einer möglichst hohen Teilnahme der Kandidierenden verknüpft. Nur mit einer hohen Antwortquote der Kandidierenden lässt sich eine sinnvolle Orientierungshilfe gewährleisten. Wie hoch liegt die Beteiligung der Kandidierenden bei smartvote? Wie hat sich die Teilnahme in den vergangenen Jahren entwickelt? Und weshalb nehmen einige Kandidierende nicht teil?

Grundsätzlich weist smartvote eine sehr hohe Beteiligung der kandidierenden auf wie sich anhand einiger Beispiele von nationalen, kantonalen und lokalen Wahlen zeigen lässt:

  • Nationalratswahlen (NR) 2011 und 2015: Bei den NR-Wahlen 2011 haben rund 2‘900 von 3‘458 Kandidierenden (84%) den smartvote-Fragebogen ausgefüllt. Vier Jahre später haben sich ebenfalls 84% aller Kandidierenden beteiligt. In absoluten Zahlen ist die Anzahl teilnehmender Kandidierenden 2015 allerdings von 2‘900 auf 3‘203 gestiegen. Wir sind also gespannt auf die NR 2019!
  • Kantonsratswahlen Solothurn 2013 und 2017: Anlässlich der Wahlen für den Solothurner Kantonsrat 2013 haben sich 89% der Kandidierenden bei smartvote beteiligt und bei den Wahlen 2017 stieg die Beteiligung sogar noch weiter auf 92% an – die höchste Teilnahmequote, die wir jemals bei einer kantonalen Parlamentswahl erreicht haben. Die absolute Anzahl teilnehmender Kandidierender ist dabei von 398 auf 464 gestiegen.
  • Stadtratswahlen Baden 2013 und 2017: Exekutivwahlen sind bezüglich der Beteiligung immer etwas heikler. Die Wahlen 2013 und 2017 in den Badener Stadtrat stellen insofern eine Ausnahme dar, da jeweils ausnahmslos alle Kandidierende den Fragebogen beantwortet haben.
Abb. 1: Teilnhame der Kandidierende © smartvote

Diese drei äusserst positiven Beispiele vermitteln ein Bild, dass aber für die allermeisten Wahlen zutrifft. Insgesamt liegt die Beteiligung der Kandidierenden seit 2011 bei hohen 83%. Betrachtet man die jeweiligen Jahre einzeln, lassen sich zwar durchaus Schwankungen feststellen, diese fallen jedoch relativ gering aus. So wurden beispielsweise 2012 26 Wahlen von smartvote begleitet und dabei wurde eine durchschnittliche Kandidierenden-Beteiligung von 84% erreicht. Im darauffolgenden Jahr waren es hingegen nur 6 Wahlen, dafür aber mit einer Beteiligung von 92%. Natürlich gab es aber auch Jahre wie 2015, in dem 14 Wahlen von smartvote begleitet wurden und dabei durchschnittlich „nur“ 79% der Kandidierenden mitmachten. Dies war aber auch die tiefste durchschnittliche Beteiligung während eines Jahres seit 2011. Ein Ergebnis mit dem wir durchaus zufrieden sein können.

Selbstverständlich wird smartvote immer wieder von Kandidierenden und Medien kritisiert – ab und zu sogar auch zurecht. Diese Kritik hat sich jedoch nicht auf die Beteiligung der Kandidierenden ausgewirkt. Insgesamt sind die Politiker, wie Studien zeigen, zufrieden mit smartvote. So haben 2015 fast die Hälfte der Kandidierenden der National- und Ständeratswahlen (N=1‘784) an einer Umfrage der Universität Lausanne teilgenommen, die die Nutzung von smartvote untersucht hat. Besonders interessant sind dabei die 3.8% der Kandidierenden, die zwar an der Umfrage der Studie nicht aber bei smartvote teilgenommen haben. Diese wurden nach den Gründen ihrer Nichtteilnahme gefragt:

  • Rund 32% von ihnen gaben an, dass das Ausfüllen des Fragebogens zu (Zeit-)aufwändig sei.
  • 21% fanden, dass die Komplexität der Politik nicht anhand von Ja/Nein-Fragen erfasst werden kann.
  • 16% waren der Meinung, dass smartvote keinen Einfluss auf ihre Wahlchancen habe und verweigerten deshalb die Teilnahme.
  • Lediglich 5% fehlten das Vertrauen darauf, dass smartvote eine neutrale und faire Plattform ist.
  • Die restlichen gaben verschieden andere Gründe an, die sie jedoch nicht genauer ausgeführt haben.

Die Studie bietet einige Ansätze dazu, wie man smartvote verbessern könnte. So versuchen wir den Umfang des Fragebogens – vor allem bei kantonalen und lokalen Wahlen – zu reduzieren. Zudem machen wir uns auch Gedanken, wie wir die Komplexität politischer Themen besser abdecken können (was jedoch methodisch eine Herausforderung ist). Grundsätzlich stimmen uns diese Ergebnisse jedoch zuversichtlich, dass wir die hohe Beteiligung der Kandidierenden auch bei den kommenden Wahlen im Frühling und Herbst 2019 wieder erreichen werden.

Join the conversation! 3 Comments

  1. Informarsi è un diritto è un dovere votare è un diritto è un dovere se non voti non è come in Italia che vuol dire che non sei d’accordo vuol dire solo che ti va bene qualsiasi cosa decidono gli altri che vanno a votare quindi riflettente che andate a votare e poi se avete ancora qualcosa da dire se può discutere sennò state zitti

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  2. Für mich als Abstimmender ist die Möglichkeit, die Antworten der Kandidaten mit meiner „Gesinnung“ zu vergleichen so wertvoll, dass ich den 16 Prozent der Kandidierenden welche sich der smartvote-Auswertung verweigerten in der Annahme, dass dies KEINEN Einfluss auf ihre Wahlchancen habe nur sagen kann: Wenn ihr euch den aktuellen Themen nicht stellen wollt, warum sollen wir euch wählen?? Wahlchance verpasst!

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  3. ich finde die Auswertung interessant und die Fragen sind wie in einer Abstimmung, es gibt nur ein ja oder nein. Gewisse Segmente könnten etwas detaillierter befragt werden, weshalb ich den Umfang als eher tief ansehe. Es geht schliesslich um eine Vertretung für 4 Jahre und dafür darf man sich etwas Zeit nehmen.

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