Wer wen bezahlt in der US-Politik – MapLight zeigt’s

Seit Langem wird in der Schweiz über die Offenlegung der Parteifinanzen diskutiert: um Transparenz in Abstimmungs- und Wahlkämpfen herzustellen, aber auch um mögliche Abhängigkeiten im parlamentarischen Gesetzgebungsprozess sichtbar zu machen. Die Ankündigung der Credit Suisse, künftig alle nationalen Parteien, auch linke und grüne, offen und transparent unterstützen zu wollen, hat die Debatte nochmals angeheizt.

Eine US-amerikanische Website offenbart seit einigen Jahren die Einflussnahme von Geld auf die Politik: MapLight.org ist eine öffentliche Datenbank, bei der die folgenden Punkte im Zentrum stehen:

  • Spenden: MapLight zeigt auf, wie viele Geldzuwendungen die US-Kongress-Abgeordneten von welchen Spendern über die Jahre erhalten.
  • Abstimmungen: Es wird vollständig aufgelistet, wie die Abgeordneten über die Gesetze abstimmen.
  • Befürwortung/Ablehnung: MapLight recherchiert, welche Interessengruppen und Firmen für oder gegen Schlüsselgesetze sind.

In einem kurzen und anschaulichen Video zeigen die Betreiber, wie die Website funktioniert:

Mit grösster Genauigkeit wird also dokumentiert, welche Interessengruppen und Firmen welchen Abgeordneten wie viel Geld zukommen lassen, um sie für oder gegen ein Gesetz zu beeinflussen.

Die Website ist übrigens auch für Schweizer/innen nicht ganz untinteressant, kann man dort ja auch Schweizer Firmen, die in den USA tätig sind, beobachten. So zum Beispiel, wem die Credit Suisse Geld zukommen lässt…

Müller und Freitag: Die Favoriten fürs FDP-Präsidium

Momentan läuft das Auswahlverfahren des neuen FDP-Präsidenten: Philipp Müller, Aargauer Nationalrat, und Pankraz Freitag, Glarner Ständerat, sind die beiden Kronfavoriten.

Wie sieht das politische Profil der beiden Parlamentarier aus? Wir haben euch ihre smartvote-Profile aus den National- und Ständeratswahlen 2011 rausgesucht:

Philipp Müller, FDP Aargau

Die beiden smartspider zeigen keine markanten Unterschiede. Dies zeigt sich auch, wenn die beiden Fragebogen miteinander verglichen werden.

Es gibt jedoch Fragen, wo sie sich klar voneinander abgrenzen und die sich auch bei der Positionierung im smartspider bemerkbar machen.

In Fragen zur Zukunft der Atomenergie stellt sich Freitag eher gegen den Beschluss des Bundesrates, aus der Atomenergie auszusteigen, Müller ist eher dafür.

Pankraz Freitag, FDP Glarus

In familiären Fragen, so bei der finanziellen Unterstützung der Fremdbetreuung von Kindern und dem Ausbau staatlicher Unterstützungsleistungen für Familien mit tiefem Einkommen, ist Freitag positiv, Müller hingegen negativ eingestellt.

Die aktivere und öffentlichere Aussenpolitik der Schweiz wird von Freitag eher begrüsst, von Müller klar abgelehnt.

 

 

So ist die Achse der “Offenen Aussenpolitik” und des “Ausgebauten Sozialstaats” bei Freitag mehr, die Achse “Ausgebauter Umweltschutz” hingegen weniger ausgeprägt als bei Müller.

Wir sind gespannt, wer das Rennen fürs Präsidium machen wird. Wir wissen es am
21. April, dann entscheiden die Delegierten.

Google, Gott und Giacobbo – unsere Medien-Highlights 2011

smartvote war im letzten Jahr fast täglich in den Schweizer Medien präsent. Ob im Radio oder im Fernsehen, ob in Print-Zeitungen oder online, ob in deutsch-, französisch- oder italienischsprachige Medien – smartvote war in ausführlichen Berichten und Analysen, in Interviews und Leserbriefen, in Politiker- und Parteienporträts, in Blogs, Kommentaren und Kritiken fest in der Wahlkampf-Berichterstattung und -Kommunikation integriert.

Nachfolgend möchte ich Ihnen aus den über 500 Medienberichten des letzten Jahres meine drei persönlichen Favoriten vorstellen:

1. TOP 3 GOOGLE (BLICK AM ABEND)

"Blick am Abend" vom 20. Oktober 2011

Kurze Zeit vor den nationalen Wahlen war smartvote bei den Wähler/innen so gefragt, dass wir zweimal auf dem Google-Podest von „Blick am Abend“ landeten.

 

2. GOTT SMARVOTE („TAGESWOCHE)

Ausschnitt aus dem Interview in der "Tageswoche" vom 2. Dezember 2011 mit Ueli Leuenberger

 

Die Grünen auf Suche nach ihrer politischen Richtung: Ueli Leuenberger, Noch-Parteipräsident der Grünen, überlässt es im Interview mit der „Tageswoche“ (2.12.2011) dem „allmächtigen Gott smartvote“, die politische Position der Grünen im Links-rechts-Schema zu finden…

 

 

 

3. DAS ETWAS ANDERE SMARTSPIDER-PROFIL (GIACOBBO/MÜLLER, SF)

smartvote fand sogar Eingang in die Satire-Sendung „Giacobbo/Müller“! Viktor Giacobbo hatte im Vorfeld der Wahlen ebenfalls den smartvote-Fragebogen ausgefüllt und offenbar einen „smartspider“ der etwas anderen Art erhalten. Sehen Sie den Sketch bei 1 Minute 40:

smartvote hat sich im öffentlichen Bewusstsein und medial als Politikinformationsplattform etabliert. Könnten wir es uns leisten, müssten wir wohl eine Medienabteilung einrichten…

Der smartvote-Frühling

Draussen herrscht zwar noch Winter, doch auf smartvote.ch ist der Frühlings(-Wahlkampf) bereits im vollen Gange. Dieser hat nun auch den smartvote-Blog aus seinem Winterschlaf geweckt.

Zwischen Genfersee und Bodensee begleitet smartvote diesen Frühling gleich vier kantonale und eine kommunale Wahl:

smartvote begleitet die kantonalen Wahlen im Waadtland, Thurgau, St. Gallen und Uri sowie die kommunalen Wahlen in der Stadt Luzern

 

In St. Gallen, im Waadtland und zum ersten Mal in Uri können Wählerinnen und Wähler sich über die Kandidierenden in ihrem Kanton informieren, sich mit ihnen vergleichen und sich eine Wahlempfehlung ausstellen lassen. In Kürze werden die Wahlen im Kanton Thurgau und in der Stadt Luzern folgen.
Im Zentrum steht wie immer der smartvote-Fragebogen, der für jede einzelne Wahl neu ausgestaltet und mit aktuellen Themen aus dem Kanton zusammengestellt wird.

Zudem werden die Fragen mit ausführlichen Erläuterungen und einer Pro-/Kontra-Zusammenstellung ergänzt. Diese können die Wählerinnen und Wähler über den Info-Button, der sich am Ende jeder Frage befindet, aufrufen:

Beteiligung der Kandidierenden und Anzahl ausgestellter Wahlempfehlungen in St. Gallen am 23. Februar 2012

Wir freuen uns darüber, dass smartvote auch bei diesen Wahlen wieder sowohl bei den Parteien als auch bei den Wählerinnen und Wählern gleichermassen auf grosses Interesse stösst. Dies zeigt sich beispielsweise in der regen Beteiligung der Kandidierenden und Wählenden im Kanton St. Gallen.

 

Kommen Sie vorbei und entdecken Sie die Kandidierenden, die zu Ihnen passen! Wir freuen uns auf Ihren Besuch:
St. Gallen

Uri
Waadtland

smartvote im Unterricht

 

WAS IST SMARTVOTE EDU?

Nein, smartvote edu ist kein smartvote der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) – edu steht für education, setzt den Schwerpunkt also auf die Bildung. Konkret wird dabei die politische Bildung von Jung- und Neuwähler/innen angestrebt. Die Komplexität bei politischen Sachfragen nimmt zu, die Auswahl von Kandidierenden bei Wahlen immer grösser – man droht schnell die Übersicht zu verlieren. Mit smartvote edu wird versucht, seiner Zielgruppe in dieser Situation den Zugang zu politischen Fragen und zur Thematik der Wahlen zu erleichtern.

WIE FUNKTIONIERT SMARTVOTE EDU?

smartvote edu funktioniert grundsätzlich gleich wie smartvote. Um smartvote aber im Bereich der politischen Bildung anwenden zu können, braucht es einige Anpassungen dieses Tools:

Der Fragebogen steht in einer kurzen Version zur Verfügung. Dabei werden mithilfe eines integrierten Glossars die wichtigsten und auch schwierigsten Begriffe kurz und verständlich erläutert.

 

Beispiel für einen Glossar-Begriff, der jeweils in der "Mouse-over"-Funktion erscheint

Weiter ist auf edu.smartvote.ch ein Wahllexikon aufgeführt, welches die einschlägigsten Begriffe rund um die Schweizer Politik und die Wahlen erklärt und somit das Thema Wahlen im Allgemeinen zugänglicher machen soll.

Beispiel eines Begriffs im Wahllexikon

WAS WILL SMARTVOTE EDU?

smartvote edu will, dass junge Menschen sich bewusst werden, dass sie politische Wesen sind. Bei der Beantwortung des Fragebogens setzen sie sich mit verschieden politischen Themen auseinander und beziehen Stellung dazu – sie merken, dass sie eine politische Meinung haben. In der Auseinandersetzung mit ihrer Wahlempfehlung und bei der Bearbeitung der Parteienprofile, die auf smartvote edu zum Download zur Verfügung stehen, können sie zudem herausfinden, wer diese politische Meinung am besten vertritt.

SMARTVOTE IM UNTERRICHT

smartvote edu richtet sich explizit auch an Schulen, wo smartvote edu mit seinen verschiedenen Features im Unterricht eingebaut werden kann. Hierzu steht den Lehrpersonen ein Lernmodul zum Download zur Verfügung – neben den bereits erwähnten ausführlichen Parteiprofilen der acht wichtigsten Schweizer Parteien.

Als kleine Spielerei kann zudem eine Zeichnungsvorlage für den smartspider heruntergeladen werden. Vor der Beantwortung der Fragen kann man zuerst sein vermutetes smartspider-Profil in die leerenVorlage einzeichnen und dieses, nachdem der Fragebogen ausgefüllt worden ist, mit dem tatsächlichen smartspider vergleichen.

Nach der Benutzung von smartvote edu sollen die User folgende Fragen beantworten können:

  1. Was ist meine politische Meinung?
  2. Wer vertritt diese Meinung am besten?

Das Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen. Wie auch bei smartvote selber sind wir daran, das Tool laufend zu verbessern.

Co-Autor: Roger Siegenthaler